Atemübungen für zu Hause

Lippenbremse, Zwerchfell, Kutschersitz, Brustkorb, Schultern: fünf Übungen, die die Atmung tiefer und ruhiger machen.

Auf dieser Seite
  1. Fünf Atemübungen für mehr Luft
  2. So üben Sie richtig
  3. Atemtherapie auf Rezept
  4. Häufige Fragen
Wichtig: Bei akuter Atemnot in Ruhe, Brustschmerz, blauen Lippen oder Fieber mit Atemnot sofort ärztliche Hilfe holen (112). Diese Übungen sind für stabile Phasen bei COPD, Asthma, nach Lungenentzündung, bei Long Covid und für alle, die flach atmen.
  • Dauer10 Minuten
  • Häufigkeittäglich
  • MaterialStuhl, Matte
  • Für wenAlle

Fünf Atemübungen für mehr Luft

Die meisten Menschen atmen zu flach und zu schnell, mit Schultern und Brust statt mit dem Zwerchfell. Bei Lungenerkrankungen kommt eingeschlossene Luft dazu, die den Brustkorb überbläht. Diese fünf Übungen verlängern die Ausatmung, aktivieren das Zwerchfell, erweitern den Brustkorb und lösen die Atemhilfsmuskeln. Sie dauern 10 Minuten, brauchen nur einen Stuhl und lassen sich mehrmals täglich einbauen. Ausführlich zur Behandlung: Atemtherapie bei COPD und Physiotherapie bei Long Covid.

1. Lippenbremse

Ausatmung verlängern, Atemwege offen halten

Aufrecht sitzen, durch die Nase einatmen (2 Sekunden), dann durch die locker aufeinanderliegenden Lippen langsam ausatmen, als würden Sie eine Kerze flackern lassen (4 bis 6 Sekunden). 10 Atemzüge, mehrmals täglich und immer bei Atemnot.

Typischer Fehler

Die Wangen blähen sich, die Luft wird gepresst. Lippen nur locker aufeinander, die Luft strömt ohne Kraft, die Ausatmung darf leise sein.

2. Zwerchfellatmung

Tief statt flach atmen

Rückenlage, Knie angestellt, eine Hand auf dem Bauch, eine auf der Brust. Durch die Nase so einatmen, dass sich die Bauchhand hebt und die Brusthand ruhig bleibt. Langsam ausatmen, Bauch sinkt. 10 Atemzüge, 3 x täglich, später auch im Sitzen und Stehen.

Typischer Fehler

Die Schultern heben sich beim Einatmen. Nur der Bauch hebt sich, Brust und Schultern bleiben ruhig, im Zweifel Hand auf die Brust legen.

3. Kutschersitz

Atemerleichternde Haltung

Auf der Stuhlvorderkante sitzen, Beine leicht gespreizt, Unterarme auf den Oberschenkeln abstützen, Rücken lang, Kopf locker. Der Schultergürtel stützt sich ab und die Atemhilfsmuskeln können arbeiten. Mit Lippenbremse atmen, bis die Luft wieder ruhig fließt.

Typischer Fehler

Der Rücken rundet sich und der Kopf hängt. Rücken lang, Blick schräg nach vorn unten, das Gewicht liegt auf den Unterarmen.

4. Brustkorb dehnen

Atemweite, Aufrichtung

Aufrecht sitzen, beim Einatmen beide Arme seitlich nach oben führen und den Brustkorb weit werden lassen, beim Ausatmen langsam senken. Dann mit einem Arm über den Kopf zur Seite neigen und in die gedehnte Flanke atmen. 8 x, dann Seite wechseln.

Typischer Fehler

Die Arme gehen hoch, der Atem wird angehalten. Bewegung und Atmung laufen gleichzeitig: hoch beim Einatmen, runter beim Ausatmen.

5. Schulterkreisen mit Atemrhythmus

Atemhilfsmuskeln lockern

Stehen oder sitzen. Beim Einatmen die Schultern nach oben und hinten ziehen, beim Ausatmen mit der Lippenbremse fallen lassen und lösen. 10 x. Danach die Arme locker ausschütteln. Verspannte Schultern und Nacken machen die Atmung flach.

Typischer Fehler

Schultern werden nach oben gezogen und dort gehalten. Beim Ausatmen bewusst fallen lassen, das Lösen ist der Kern der Übung.

So üben Sie richtig

  • Nie pressen, nie die Luft anhalten: Die Ausatmung ist immer länger als die Einatmung
  • Bei Schwindel oder Kribbeln in den Händen atmen Sie zu schnell, kurz pausieren und langsamer atmen
  • Lippenbremse und Kutschersitz sind Ihre Werkzeuge bei Atemnot im Alltag, üben Sie sie, wenn es Ihnen gut geht
  • Ausdauertraining (Gehen, Ergometer) gehört dazu, 3 x pro Woche 20 bis 30 Minuten in einem Tempo, bei dem Sie noch sprechen können
  • Bei Sekret: erst lockern (Bewegung, Wärme), dann abhusten mit Huffing (kräftig ausatmen wie beim Anhauchen eines Spiegels)

Häufige Fragen

Wie oft soll ich die Atemübungen machen?

Lippenbremse und Zwerchfellatmung mehrmals täglich kurz, das ganze Programm 1 x täglich. Bei Atemnot im Alltag sofort Lippenbremse und Kutschersitz einsetzen.

Helfen Atemübungen auch bei Asthma?

Ja, als Ergänzung zur Medikation: Lippenbremse und Zwerchfellatmung senken die Atemfrequenz und das Gefühl der Enge. Das Asthmaspray bleibt die Basis, die Übungen ersetzen es nicht.

Brauche ich ein Atemtrainer-Gerät?

Nicht zwingend. Geräte mit Ausatemwiderstand (PEP-Systeme) helfen bei viel Sekret, Atemmuskeltrainer bei nachgewiesener Schwäche der Atemmuskulatur. Wir testen, ob eines für Sie sinnvoll ist, und zeigen die Anwendung.

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