Atemtherapie bei COPD, Asthma und Long COVID

Atemtechniken, Sekretmanagement und dosiertes Training: wie Physiotherapie bei Lungen- und Atemwegserkrankungen die Luft zurückbringt.

Atmen lernen: Physiotherapie bei Lungen- und Atemwegserkrankungen

Bei COPD, Asthma, Lungenfibrose, nach Lungenentzündung oder Operationen am Brustkorb ist die Atmung flach, angestrengt und ineffektiv. Sekret bleibt in den Bronchien, die Atemmuskulatur ermüdet, jede Belastung macht Atemnot, man bewegt sich weniger, die Belastbarkeit sinkt weiter. Atemphysiotherapie durchbricht diesen Kreislauf. In unserer Praxis in Brühl kombinieren wir Atemschulung, Sekretmanagement und dosiertes Training.

Wann Atemtherapie hilft

  • COPD, chronische Bronchitis, Lungenemphysem
  • Asthma bronchiale
  • Lungenfibrose, Sarkoidose
  • Mukoviszidose, Bronchiektasen
  • Nach Lungenentzündung, nach COVID-19 (Long COVID)
  • Nach Operationen an Lunge, Herz oder Bauch
  • Dysfunktionale Atmung, Hyperventilation, Atemnot bei Angst
  • Zwerchfellschwäche, Rippenblockaden, Brustkorbsteife (z. B. Morbus Bechterew)

Techniken, die Sie bei uns lernen

  • Lippenbremse: verlangsamt die Ausatmung, hält die Bronchien offen
  • Atemerleichternde Stellungen: Kutschersitz, Torwartstellung bei Atemnot
  • Sekretlösung: autogene Drainage, Huffing, Hilfsmittel wie Flutter oder RC-Cornet
  • Zwerchfellatmung: tiefere, ökonomischere Atmung statt Schulteratmung
  • Thoraxmobilisation: Manuelle Therapie an Rippen und Brustwirbelsäule
  • Atemmuskeltraining: mit Widerstandsgeräten (Threshold)
  • Ausdauer- und Krafttraining: dosiert, mit Pulsoxymeter überwacht

Ein typischer Therapieverlauf bei COPD

  1. Befund: Atemmuster, Brustkorbbeweglichkeit, Belastbarkeit (6-Minuten-Gehtest), Sauerstoffsättigung, Atemnot-Skala.
  2. Atemschulung (Woche 1 bis 3): Lippenbremse, Zwerchfellatmung, atemerleichternde Stellungen, Selbsthilfe bei Atemnot.
  3. Sekretmanagement: bei verschleimten Bronchien Techniken und Hilfsmittel zur Sekretlösung, Hustentechnik.
  4. Training (ab Woche 3): Intervalltraining auf dem Ergometer, Kräftigung von Beinen und Rumpf, Atemmuskeltraining. Steigerung nach Symptomen, nicht nach Plan.
  5. Alltag und Verstetigung: Heimprogramm, Tipps für Treppen, Einkaufen, Körperpflege, Vermittlung in Lungensport.

Sofortmaßnahmen bei Atemnot

Position

Hinsetzen, Arme auf den Oberschenkeln oder einem Tisch abstützen (Kutschersitz). Die Schultern tragen so das Gewicht der Arme nicht, die Atemhilfsmuskulatur kann arbeiten.

Lippenbremse

Durch die Nase einatmen, durch die locker aufeinanderliegenden Lippen langsam ausatmen, doppelt so lang wie einatmen. Nicht pressen.

Ruhe

Nicht gegen die Atemnot ankämpfen, Ausatmung betonen, Notfallspray wie vom Arzt verordnet. Bei Blaufärbung der Lippen, Verwirrtheit oder keiner Besserung: 112.

Häufige Fragen

Was ist Atemphysiotherapie?

Physiotherapeutische Techniken zur Verbesserung von Atmung, Sekretlösung und Belastbarkeit bei Lungen- und Atemwegserkrankungen: Atemwahrnehmung, Lippenbremse, atemerleichternde Stellungen, Hustentechniken, Thoraxmobilisation, Training der Atemmuskulatur und Ausdauertraining.

Wird Atemtherapie von der Kasse bezahlt?

Ja, als Krankengymnastik mit der Diagnose Atemwegserkrankung (z. B. COPD, Asthma, Mukoviszidose, nach Lungen-OP). Bei COPD GOLD 3 und 4 sowie Mukoviszidose besteht langfristiger Heilmittelbedarf.

Hilft Physiotherapie bei Long COVID?

Bei anhaltender Atemnot, verminderter Belastbarkeit und Atemmuster-Störungen nach COVID-19 ja: Atemschulung, dosiertes Training nach dem Pacing-Prinzip (keine Überlastung) und Wiederaufbau der Ausdauer. Bei Post-Exertional Malaise muss die Belastung sehr vorsichtig gesteuert werden.

Kann ich bei COPD Sport machen?

Sie sollten sogar. Körperliches Training ist die wirksamste nicht-medikamentöse Maßnahme bei COPD: bessere Belastbarkeit, weniger Atemnot, weniger Krankenhausaufenthalte. Wir bauen das Training stufenweise auf und vermitteln bei Bedarf in eine Lungensportgruppe.

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