Sprunggelenksarthrose: Physiotherapie
Meist die Spätfolge alter Verletzungen: Beweglichkeit erhalten, Muskeln als Stoßdämpfer aufbauen, richtig abrollen. So bleibt die OP lange fern.
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Warum das Sprunggelenk verschleißt
Anders als Knie und Hüfte ist das Sprunggelenk selten von allein verschlissen: In 70 bis 80 Prozent steckt eine alte Verletzung dahinter, ein Knöchelbruch, wiederholte Bänderrisse mit Instabilität oder eine Fehlstellung. Der Knorpel wird dünn, die Gelenkränder bilden Knochenanbauten, die Streckung nach oben nimmt ab. Beschwerden: Schmerz beim Loslaufen, nach Belastung und bergab, Steifigkeit morgens, Schwellung am Abend, Unsicherheit auf Kies und Wiese. Das Röntgenbild zeigt das Stadium, der Alltag entscheidet über die Therapie.
Beweglich und belastbar bleiben: was Physiotherapie erreicht
Beweglichkeit
Manuelle Therapie für Sprunggelenk und Fußwurzel (Streckung nach oben, Gleiten der Gelenkflächen), Wadendehnung an der Wand und auf der Stufe. Jeder Grad Streckung erleichtert Abrollen, Treppe und Hocke.
Kraft und Stabilität
Wadenheben, Fußheber und Auswärtsdreher mit Band, Einbeinstand auf Boden und Kissen, Kurzfuß. Kräftige Muskeln führen das Gelenk und dämpfen Stöße, die der Knorpel nicht mehr abfängt. Programm: Fußübungen.
Gang und Belastung
Gangschulung mit Abrollen, Schuhe mit fester Sohle und Abrollhilfe, Einlagen bei Fehlstellung, Stöcke für längere Wege, Radfahren und Schwimmen statt Joggen auf Asphalt. Gewicht reduzieren, wenn möglich.
Ärztlich und operativ
Bei Reizung Hyaluron oder Kortison in das Gelenk, bei Knochenanbauten arthroskopische Abtragung. Im Endstadium Versteifung (Arthrodese) oder Sprunggelenksprothese, beide mit guter Schmerzlinderung und Nachbehandlung bei uns.
Der Orthopäde verordnet Krankengymnastik oder Manuelle Therapie, Einlagen und Schuhzurichtung als Hilfsmittel. Nach einer Versteifung übernehmen Fußwurzel und Schuhe das Abrollen; die Nachbehandlung dauert 3 bis 6 Monate. Verwandt: Arthrose allgemein, Bänderriss und nach Sprunggelenksbruch.
Häufige Fragen
Kann ich mit Sprunggelenksarthrose laufen gehen?
Auf weichem Boden, mit gedämpften Schuhen und reduziertem Umfang ja, solange das Gelenk am nächsten Tag nicht schwillt. Radfahren, Schwimmen und Walking sind gelenkschonender und für die Ausdauer gleichwertig.
Helfen Einlagen und Abrollsohlen?
Ja, deutlich: Eine Abrollsohle ersetzt die fehlende Streckung beim Gehen, Einlagen korrigieren Fehlstellungen und verteilen den Druck. Beides verordnet der Orthopäde.
Versteifung oder Prothese?
Die Versteifung ist bewährt und belastbar, das Gehen wird durch Fußwurzel und Schuhe ausgeglichen. Die Prothese erhält Beweglichkeit, hält aber weniger lang. Die Wahl hängt von Alter, Aktivität und Fehlstellung ab, der Fußchirurg berät.
Wie oft sollte ich üben?
Beweglichkeit täglich 5 Minuten (Wadendehnung, Kreisen), Kraft und Gleichgewicht 3 x pro Woche 10 Minuten. Regelmäßigkeit hält das Gelenk beweglich, längere Pausen lassen es schnell steifer werden.