Physiotherapie nach Sprunggelenksbruch
Sechs Wochen Schutz, dann Beweglichkeit, Gang, Kraft und Gleichgewicht: Wie das Sprunggelenk nach dem Bruch wieder trägt.
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Bruchformen und Belastung
Meist bricht der Außenknöchel (Weber A bis C je nach Höhe), manchmal zusätzlich Innenknöchel oder hintere Schienbeinkante. Stabile Brüche werden im Stiefel oder Gips behandelt, instabile mit Platte und Schrauben, bei Syndesmosenverletzung mit einer Stellschraube, die nach 6 bis 8 Wochen entfernt wird. Die Belastungsvorgabe kommt vom Operateur: von sofortiger Vollbelastung im Stiefel bis 6 Wochen Teilbelastung an Stützen. Typische Folgen ohne Therapie: steifes Sprunggelenk (vor allem Streckung nach oben), anhaltende Schwellung, Hinken und Unsicherheit auf unebenem Boden.
Nachbehandlung Schritt für Schritt
Schwellung und freie Gelenke
Hochlagern, Lymphdrainage, Zehen und Knie bewegen, Hüfte und Rumpf kräftigen, Gehen mit Stützen nach Vorgabe. Im Stiefel ist meist schon Bewegung nach oben und unten erlaubt, wenn der Operateur es freigibt. Thromboseprophylaxe beachten.
Stiefel weg, normal gehen lernen
Manuelle Therapie für Sprunggelenk und Fußwurzel (vor allem Streckung nach oben), Narbenbehandlung, Wadenpumpe, Gehen ohne Hinken mit Abrollen, Fersen- und Zehenstand, Radfahren. Ziel: Streckung nach oben wie auf der Gegenseite, Gang ohne Hilfsmittel.
Belastbar werden
Wadenheben beidbeinig und einbeinig, Fußheber und Auswärtsdreher mit Band, Einbeinstand auf Boden und Kissen, Step-ups, Treppen bergab. Unebener Boden, Wald, Wiese. Unser Programm: Fuß- und Sprunggelenksübungen.
Laufen und Sport
Laufen geradeaus, dann Sprünge und Richtungswechsel, sportartspezifisch. Kriterien: Einbeinsprung und Wadenheben über 90 Prozent im Seitenvergleich, Beweglichkeit frei, keine Schwellung nach Belastung. Restschwellung am Abend kann bis zu einem Jahr bleiben.
Rezept, Metall, Arthrose
Der Unfallchirurg verordnet Krankengymnastik und Manuelle Therapie, in der ersten Phase Lymphdrainage; nach einer Sprunggelenksfraktur gilt der besondere Verordnungsbedarf. Die Platte bleibt meist, wird nur bei Beschwerden nach frühestens einem Jahr entfernt. Gelenkflächenbrüche erhöhen das Risiko für eine spätere Arthrose, deshalb sind volle Beweglichkeit, kräftige Wade und stabiler Einbeinstand die beste Vorsorge. Bei Arbeits- und Wegeunfällen ist die Berufsgenossenschaft zuständig. Verwandt: Bänderriss am Sprunggelenk und Physiotherapie nach Operation.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es nach einem Knöchelbruch?
Stiefel oder Gips 6 Wochen, normales Gehen nach 3 bis 4 Monaten, Laufen und Sport nach 4 bis 6 Monaten. Die Schwellung am Abend kann bis zu einem Jahr bleiben und ist kein Grund zur Sorge.
Warum ist die Streckung nach oben so wichtig?
Ohne ausreichende Streckung (Dorsalextension) kann der Fuß nicht abrollen, das Gehen bleibt hinkend und Treppen bergab werden schwer. Sie ist das erste Ziel nach Stiefelabnahme und wird mit Manueller Therapie und Wadenmobilisation erarbeitet.
Muss die Platte raus?
Meist nicht. Entfernt wird sie bei Druckbeschwerden am Außenknöchel, Schuhproblemen oder auf Wunsch, frühestens nach einem Jahr. Die Stellschraube bei Syndesmosenverletzung wird nach 6 bis 8 Wochen entfernt.
Bekomme ich Arthrose im Sprunggelenk?
Das Risiko ist nach Gelenkflächenbrüchen erhöht, aber nicht zwangsläufig. Volle Beweglichkeit, kräftige Wadenmuskulatur und Gleichgewicht senken die Belastung des Gelenks dauerhaft.