Handgelenksbruch: Physiotherapie nach Radiusfraktur

Der häufigste Bruch überhaupt: Was im Gips schon geht, wie das Handgelenk danach beweglich und kräftig wird und woran Sie eine Komplikation erkennen.

Auf dieser Seite
  1. Gips oder Platte, und was das für die Therapie heißt
  2. Der Weg zurück zur belastbaren Hand
  3. Rezept, Ergotherapie, Sturzprophylaxe
  4. Steife vermeiden
  5. Häufige Fragen
Kurz gesagt: Der Handgelenksbruch (distale Radiusfraktur) ist der häufigste Bruch überhaupt, meist nach Sturz auf die Hand. Ob Gips oder Platte: Finger, Ellenbogen und Schulter werden vom ersten Tag an bewegt, das Handgelenk nach Freigabe. Ohne Physiotherapie bleibt oft eine Steife, mit Physiotherapie sind die meisten nach 3 bis 4 Monaten wieder im Alltag belastbar.

Gips oder Platte, und was das für die Therapie heißt

Unverschobene Brüche werden 4 bis 6 Wochen im Gips behandelt, verschobene oder gelenknahe meist mit einer Platte von der Beugeseite stabilisiert, die eine frühe Bewegung erlaubt. Beide Wege enden in derselben Herausforderung: Nach Wochen Ruhigstellung ist das Handgelenk steif, die Muskeln sind schwach, die Haut empfindlich und der Griff unsicher. Bei älteren Patientinnen ist der Bruch oft das erste Zeichen einer Osteoporose, die abgeklärt werden sollte. Eine seltene, aber wichtige Komplikation ist das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS): brennender Schmerz, Schwellung, Hautveränderungen und Steife weit über das Erwartbare hinaus. Wer das früh erkennt, kann es behandeln.

Der Weg zurück zur belastbaren Hand

Im Gips oder direkt nach der OP

Alles bewegen, was frei ist

Finger vollständig beugen und strecken, Faust und Spreizen, 10 x jede Stunde, Ellenbogen und Schulter durchbewegen, Hand hochlagern gegen die Schwellung. Nach Plattenosteosynthese meist ab Tag 1 leichte Bewegung des Handgelenks aus der Schiene heraus, nach Vorgabe des Operateurs.

Nach Gipsabnahme, Woche 4 bis 8

Beweglichkeit zurückholen

Manuelle Therapie an Handgelenk, Handwurzel und Unterarmdrehung, aktive Übungen in warmem Wasser, Narbenbehandlung, Ödemtherapie. Ziel: Beugung und Streckung je 60 Grad, Drehung fast frei. Alltag mit leichten Gegenständen (Tasse, Besteck) ab sofort.

Woche 8 bis 12

Kraft und Griff

Griffkraft mit Knetmasse und Ball, Unterarmkräftigung mit leichten Gewichten, Stützen an der Wand, dann auf dem Tisch. Autofahren, wenn Lenken und Schalten sicher gehen, meist ab Woche 8. Bürotätigkeit früher, körperliche Arbeit nach Röntgenkontrolle.

Monat 3 bis 6

Volle Belastbarkeit

Stützen mit vollem Gewicht, Heben und Tragen, Sport mit Sturzrisiko (Rad, Ski, Ballsport) nach Freigabe. Restbeweglichkeit verbessert sich bis zu einem Jahr. Die Platte bleibt meist, wird nur bei Sehnenreizung entfernt.

Rezept, Ergotherapie, Sturzprophylaxe

Die Klinik oder der Unfallchirurg verordnet Krankengymnastik oder Manuelle Therapie, bei komplexen Verläufen zusätzlich Ergotherapie für Feinmotorik und Alltagshilfen. Nach Arbeits- oder Wegeunfällen ist die Berufsgenossenschaft zuständig. Wer den Bruch bei einem Sturz zu Hause erlitten hat, sollte zwei Dinge klären: die Knochendichte und die Sturzursache. Unsere Sturzprophylaxe und die Gleichgewichtsübungen verhindern den zweiten Sturz, bei Osteoporose kommen die Osteoporose-Übungen dazu.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es nach einem Handgelenksbruch?

Gips 4 bis 6 Wochen, Alltag mit leichten Gegenständen direkt danach, Kraft und volle Belastung nach 3 bis 4 Monaten, Restbesserung bis zu einem Jahr. Mit Platte geht die Bewegung früher los, die Gesamtdauer ist ähnlich.

Was darf ich im Gips schon üben?

Finger beugen und strecken, Faust, Spreizen, Daumen kreisen, Ellenbogen und Schulter bewegen, Hand hochlagern. Das verhindert Schwellung, Steife und Muskelabbau in den freien Gelenken.

Woran erkenne ich ein CRPS?

Brennender, unverhältnismäßig starker Schmerz, teigige Schwellung, Hautfarbe und Temperatur der Hand verändert, Schwitzen, Berührungsempfindlichkeit, zunehmende Steife. Sofort dem Arzt melden, frühe Behandlung ist entscheidend.

Bleibt das Handgelenk steif?

Bei konsequenter Therapie meist nicht. Ein kleines Defizit der Beugung oder Drehung kann bleiben, stört im Alltag aber selten. Steife entsteht vor allem, wenn nach Gipsabnahme nicht geübt wird.

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