Physiotherapie nach Spondylodese
Erst schützen, bis der Knochen durchbaut, dann dauerhaft stabilisieren: die Nachbehandlung nach Wirbelsäulenversteifung Phase für Phase.
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Was bei der Versteifung passiert
Bei der Spondylodese werden zwei oder mehr Wirbel mit Schrauben und Stäben verbunden und mit Knochenmaterial oder einem Cage überbrückt, meist bei Wirbelgleiten, Instabilität, schwerer Spinalkanalstenose oder nach Bruch. Die Schrauben halten, bis der Knochen durchbaut, das dauert 3 bis 12 Monate. In dieser Zeit ist die Wirbelsäule belastbar für Gehen und Alltag, aber empfindlich gegen Drehung, Beugung und schweres Heben. Der Rest der Wirbelsäule und die Hüften müssen die verlorene Beweglichkeit ausgleichen, weshalb Kräftigung und Beweglichkeit der Nachbargelenke der Schlüssel für ein gutes Langzeitergebnis sind.
Die Phasen der Nachbehandlung
Schutz und Mobilisation im Alltag
Aufstehen über die Seite (en bloc), Gehen mehrmals täglich mit steigender Strecke, Sitzen anfangs nur 20 bis 30 Minuten am Stück, Treppen erlaubt. Keine Beugung über 90 Grad, keine Drehung, kein Heben über 5 kg. Isometrische Aktivierung von Bauch, Rücken und Gesäß, Beine kräftigen im Liegen, Atemtherapie. Orthese nach Vorgabe des Operateurs.
Stabilisation aufbauen
Rumpfstabilisation in neutraler Haltung (Brücke, Vierfüßler-Diagonale, Seitstütz an der Wand), Hüftbeweglichkeit und Kraft, Gehstrecke bis 60 Minuten, Ergometer, Rückenschwimmen nach Freigabe. Autofahren meist ab Woche 6, Bürotätigkeit ab Woche 6 bis 8 mit Pausen.
Belastbarkeit
Nach Röntgenkontrolle und Freigabe: Kniebeugen, Kreuzheben mit Technik und leichtem Gewicht, Rotation in mittleren Winkeln, Gerätetraining, Wandern, Radfahren draußen. Körperliche Arbeit stufenweise. Heben aus den Beinen, Last nah am Körper, keine Drehung unter Last.
Dauerhaft stark
Die Fusion ist meist durchbaut. Ziel ist ein Rumpf, der die versteiften Segmente und die Nachbarsegmente schützt: 2 x pro Woche Krafttraining, täglich Bewegung, Gewicht im Griff. Sportarten mit Stößen und Drehungen (Golf, Tennis, Kampfsport) individuell nach Rücksprache mit dem Operateur.
Rezept und Alltag
Die Klinik gibt das erste Rezept mit, danach verordnet der Hausarzt oder Orthopäde Krankengymnastik, später Krankengymnastik am Gerät. Nach einer Spondylodese gilt für 6 Monate der besondere Verordnungsbedarf. Eine Anschlussheilbehandlung (Reha) ist üblich, wir übernehmen danach oder überbrücken die Wartezeit, bei eingeschränkter Mobilität als Hausbesuch. Warnzeichen wie neue Lähmung, Taubheit, Fieber oder Wundsekret gehören sofort zum Operateur. Allgemeines zur Nachbehandlung: Physiotherapie nach Operation.
Häufige Fragen
Wie lange darf ich nach der Spondylodese nicht heben?
In den ersten 6 Wochen maximal 5 kg, bis Monat 3 etwa 10 kg, danach nach Freigabe steigern. Immer aus den Beinen, ohne Drehung, Last nah am Körper.
Wann darf ich wieder sitzen und Auto fahren?
Sitzen ab dem ersten Tag, anfangs 20 bis 30 Minuten am Stück. Auto fahren meist ab Woche 6, wenn Sie schmerzarm sitzen und sich umschauen können, in Absprache mit dem Operateur.
Bleibt die Wirbelsäule steif?
Die versteiften Segmente ja, das ist das Ziel. Die Nachbarsegmente und Hüften übernehmen die Bewegung. Mit gutem Training merken die meisten im Alltag kaum eine Einschränkung, tiefe Beugung und Drehung bleiben reduziert.
Welcher Sport ist nach Spondylodese möglich?
Gehen, Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen (Rücken, Kraul), Gerätetraining, Wandern, Skilanglauf. Sportarten mit Sprüngen, Stößen und Drehungen individuell und meist erst nach 12 Monaten.