Physiotherapie bei Krebs
Bewegung ist Teil der Therapie: gegen Fatigue, für Beweglichkeit und Kraft, bei Lymphödem. Dosiert, abgestimmt, ohne Druck.
Bewegung ist Teil der Krebstherapie
Chemotherapie, Bestrahlung und Operationen wirken auf den ganzen Körper: Muskulatur baut ab, Gelenke versteifen, Nerven leiden, die Erschöpfung wird chronisch. Physiotherapie setzt dagegen, nicht als Wellness, sondern als Teil der Behandlung. Die onkologischen Leitlinien empfehlen Bewegungstherapie während und nach der Krebsbehandlung, weil sie Fatigue reduziert, Nebenwirkungen abmildert und bei mehreren Krebsarten mit einer besseren Prognose verbunden ist. Wir begleiten Sie in Brühl in Abstimmung mit Ihrem Onkologen.
Wobei wir helfen
- Tumorbedingte Fatigue: dosiertes Ausdauer- und Krafttraining
- Lymphödem nach Lymphknotenentfernung oder Bestrahlung (Arm, Bein, Brust, Kopf-Hals)
- Schulterbeweglichkeit und Narbe nach Brust-OP
- Polyneuropathie nach Chemotherapie: Gleichgewicht, Sturzprophylaxe, Feinmotorik
- Atemtherapie nach Lungen-OP oder bei Atemnot
- Kraft- und Mobilitätsverlust nach langem Klinikaufenthalt
- Knochenmetastasen: sichere Belastung in Abstimmung mit dem Arzt
- Beckenboden nach Prostata-OP oder gynäkologischer OP
Was Sie erwarten können
- Befund mit Belastungstest (6-Minuten-Gehtest, Handkraft) und Rücksprache mit dem Behandlungsteam
- Individuelle Dosierung nach Tagesform und Blutwerten
- Lymphdrainage mit Kompressionsberatung durch zertifizierte Therapeuten
- Behandlung auch als Hausbesuch in kraftlosen Phasen
- Vermittlung in Rehasport- und Krebssportgruppen der Region
- Kein Druck: Wir passen das Tempo an, nicht Sie sich an das Programm
Bewegung in den Therapiephasen
Fit in die Operation
Wer vor der OP Ausdauer und Kraft aufbaut, erholt sich schneller und hat weniger Komplikationen. 2 bis 4 Wochen reichen für messbare Effekte.
Beweglichkeit und Atmung
Frühe Mobilisation, Atemtherapie gegen Lungenentzündung, Narbenbehandlung, bei Lymphknotenentfernung Lymphdrainage und Schulung zur Ödemvorbeugung.
Erhalten, was da ist
Leichtes bis moderates Training an guten Tagen, Gehen an schlechten. Ziel: Fatigue bremsen, Muskulatur halten, Nerven schützen. Pausen sind Teil des Plans.
Zurück ins Leben
Aufbau von Kraft und Ausdauer über 3 bis 6 Monate, Rückkehr in Beruf und Sport, dauerhaftes Bewegungsprogramm. Bei Lymphödem lebenslange Erhaltungstherapie.
Wann Sie nicht trainieren sollten
- Fieber über 38 Grad, akuter Infekt
- Thrombozyten unter 20.000, Hämoglobin unter 8 g/dl (Werte vom Arzt erfragen)
- Starke Übelkeit, Schwindel, Kreislaufprobleme am Behandlungstag
- Frische Wunden, Ports oder Drainagen im Übungsbereich
- Unklare neue Schmerzen, besonders in Knochen: erst abklären lassen
Häufige Fragen
Darf ich während der Chemotherapie Sport machen?
Ja, in angepasster Form. Leitlinien empfehlen Bewegung während der Therapie ausdrücklich: 150 Minuten moderate Ausdauer pro Woche plus 2 Krafteinheiten, an schlechten Tagen weniger. Ausnahmen: Fieber, akute Infekte, sehr niedrige Blutwerte (Thrombozyten unter 20.000), am Tag der Chemo selbst nach Verträglichkeit.
Was hilft gegen Fatigue?
Paradoxerweise Bewegung. Tumorbedingte Erschöpfung bessert sich durch dosiertes Ausdauer- und Krafttraining nachweislich, Ruhe verschlimmert sie. Wir starten sehr niedrig (10 Minuten Gehen) und steigern langsam.
Wann nach Brust-OP mit Physiotherapie beginnen?
Bereits in den ersten Tagen mit Atem- und Schulterübungen im schmerzfreien Bereich. Nach Drainagenentfernung und ärztlicher Freigabe Beweglichkeit der Schulter aufbauen, Narbe behandeln, bei Schwellung Lymphdrainage. Ziel: volle Beweglichkeit vor Beginn der Bestrahlung.
Zahlt die Kasse Physiotherapie bei Krebs?
Ja, auf Verordnung des Onkologen oder Hausarztes: KG, MLD bei Lymphödem, Atemtherapie. Lymphödem nach Krebs fällt unter den besonderen Verordnungsbedarf, das Budget des Arztes wird nicht belastet. Zusätzlich bezuschussen Kassen Rehasport und onkologische Trainingsgruppen.
Ist Lymphdrainage bei Krebs gefährlich?
Nein. Die Sorge, Lymphdrainage könne Tumorzellen verteilen, ist wissenschaftlich widerlegt. Bei aktivem, unbehandeltem Tumor im Drainagegebiet stimmen wir uns mit dem Onkologen ab, sonst ist MLD sicher und wirksam.