Achillessehne: Physiotherapie bei Achillodynie
Morgens steif, beim Loslaufen schmerzhaft: Die Sehne braucht langsames, schweres Training, keine Schonung. So läuft das Programm.
Warum die Sehne schmerzt
Die Achillessehne überträgt die Kraft der Wade auf die Ferse und trägt beim Laufen das Sechsfache des Körpergewichts. Wird sie schneller belastet, als sie sich anpassen kann, etwa durch mehr Laufkilometer, neue Schuhe, Bergläufe oder nach längerer Pause, reagiert sie mit Umbau. Sie verdickt, wird steif und schmerzt morgens bei den ersten Schritten und zu Beginn der Belastung. Zwei Formen: Der Schmerz sitzt entweder 2 bis 6 cm über der Ferse in der Sehnenmitte (häufig) oder direkt am Fersenansatz (schwieriger, keine Dehnung über die Stufe). Risikofaktoren sind verkürzte oder schwache Waden, Übergewicht, bestimmte Antibiotika (Fluorchinolone) und Kortisonspritzen in Sehnennähe.
Das 12-Wochen-Programm
Fersenheben, langsam und schwer
Stehend, beide Beine hoch, 3 Sekunden, auf dem betroffenen Bein allein 3 Sekunden absenken. 3 x 15, täglich. Ab Woche 3 mit Rucksack oder Hanteln steigern, bis 8 bis 12 Wiederholungen schwer sind. Bei Reizung an der Sehnenmitte auf einer Stufe mit Absenken unter das Niveau, bei Ansatzreizung nur bis zum Boden.
Schmerzregel
Schmerz bis 4 von 10 während der Übung ist erlaubt, am nächsten Morgen darf die Sehne nicht schlechter sein als vorher. Ist sie es, war es zu viel: eine Stufe zurück, nicht aufhören.
Laufen anpassen, nicht stoppen
Umfang um ein Drittel reduzieren, keine Bergläufe und Intervalle, jeden zweiten Tag, Schuhe mit leichter Sprengung. Radfahren und Schwimmen unbegrenzt. Steigerung um 10 Prozent pro Woche, wenn die Sehne ruhig bleibt.
In der Praxis
Befund mit Kraft- und Sprungtests, Manuelle Therapie für Sprunggelenk und Wade, Stoßwelle bei hartnäckigen Fällen über 6 Monate, Hüft- und Rumpfkräftigung, Laufanalyse. Ultraschall und Elektrotherapie zur Schmerzlinderung, Tape als Übergang.
Wie lange dauert es?
Rechnen Sie mit 3 bis 6 Monaten bis zur Beschwerdefreiheit im Sport, die morgendliche Steifigkeit ist oft das letzte Symptom, das geht. Sehnen bauen langsam um, die Kraft kommt nach Wochen, die Struktur nach Monaten. Wer nach 12 Wochen konsequentem Training keine Besserung hat, wird vom Arzt per Ultraschall untersucht: Schleimbeutel, Teilriss oder Fersenbeinsporn brauchen andere Maßnahmen. Für die Physiotherapie verordnet der Arzt Krankengymnastik oder Manuelle Therapie, Sportverletzungen aus dem Verein laufen über die Unfallversicherung.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich einen Achillessehnenriss?
Plötzlicher Knall oder Schlag in die Wade, danach Kraftverlust: Zehenstand auf dem Bein unmöglich, Delle in der Sehne tastbar. Das ist ein Notfall für Unfallchirurgie oder Orthopädie, nicht für Übungen.
Dehnen oder kräftigen?
Kräftigen. Dehnung der Wade ist bei Reizung der Sehnenmitte eine Ergänzung, bei Reizung am Ansatz eher schädlich, weil sie die Sehne gegen den Knochen drückt. Schweres, langsames Fersenheben ist die Basis.
Helfen Einlagen oder Fersenkeile?
Ein Fersenkeil von 1 cm entlastet die Sehne kurzfristig und macht Gehen und Laufen erträglicher. Er ersetzt das Training nicht, wird aber in den ersten Wochen gern kombiniert.
Darf ich mit Achillessehnenreizung laufen?
Meist ja, reduziert: kürzer, flacher, seltener, mit Schmerz bis 4 von 10 und ohne Verschlechterung am Folgetag. Vollständige Pause schwächt die Sehne weiter.