Physiotherapie nach Knie-TEP

Woche für Woche: was nach dem künstlichen Kniegelenk passiert, welche Ziele zählen und wann Sie wieder Treppen steigen, Auto fahren und Sport treiben können.

Der Fahrplan nach dem künstlichen Kniegelenk

Eine Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP) ist heute Routine, das Ergebnis hängt aber entscheidend von der Nachbehandlung ab. Die ersten 12 Wochen entscheiden über Beweglichkeit und Gangbild. Hier der typische Verlauf, den wir in unserer Praxis in Brühl begleiten, nach der Reha oder direkt nach dem Klinikaufenthalt, auf Wunsch zunächst als Hausbesuch.

Woche 1 bis 2

Klinik

Erste Mobilisation am OP-Tag oder Tag 1, Gehen mit Stützen, Motorschiene (CPM), Beugung bis 60 bis 90 Grad, Thromboseprophylaxe, Kühlen und Hochlagern.

Woche 2 bis 5

Reha (stationär oder ambulant)

Täglich Krankengymnastik, Gangschule, Beweglichkeit auf 90 bis 100 Grad, Kräftigung des Oberschenkels, Treppen mit Geländer, Lymphdrainage gegen Schwellung.

Woche 6 bis 12

Ambulante Physiotherapie bei uns

2 bis 3 x pro Woche: Beugung auf 110 bis 120 Grad, Streckung auf 0 Grad, Abbau der Gehstützen, Gangbild ohne Hinken, Kraft und Gleichgewicht, Radfahren auf dem Ergometer. Narbenbehandlung.

Monat 3 bis 6

Belastbarkeit aufbauen

1 bis 2 x pro Woche: Kraftausdauer, Treppen im Wechselschritt, längere Gehstrecken, Rückkehr zu Alltag und Beruf (Bürojob meist nach 6 bis 8 Wochen, körperliche Arbeit nach 3 bis 6 Monaten), Beginn gelenkschonender Sportarten.

Ab Monat 6

Eigenständiges Training

Heimprogramm 2 bis 3 x pro Woche, Radfahren, Schwimmen, Wandern. Kontrolle beim Operateur nach 3, 12 Monaten und dann alle 2 bis 5 Jahre.

Worauf wir in der Therapie achten

Die vier Ziele

  • Streckung: 0 Grad ist wichtiger als maximale Beugung, sonst hinken Sie dauerhaft
  • Beugung: 110 bis 120 Grad für Alltag, Treppen und Rad
  • Kraft: Oberschenkel (Quadrizeps) und Gesäß, sonst bleibt das Knie instabil
  • Gangbild: symmetrisch, ohne Ausweichbewegung, früh ohne Stützen

Was Sie selbst tun können

  • Heimübungen 2 bis 3 x täglich, kurz und regelmäßig
  • Kühlen nach Belastung (15 Minuten, Tuch dazwischen)
  • Bein hochlagern, Kompressionsstrumpf tragen wie verordnet
  • Ergometer ab Freigabe, täglich 10 bis 20 Minuten ohne Widerstand
  • Nicht schonen: Bewegung ist die beste Thromboseprophylaxe

Wann Sie sich sofort melden sollten

  • Plötzliche starke Schwellung, Rötung, Überwärmung oder Fieber (Infektion)
  • Wadenschmerz, Schwellung des ganzen Beins (Thrombose)
  • Nässende oder geöffnete Wunde
  • Plötzlicher Bewegungsverlust oder Instabilitätsgefühl

In diesen Fällen zuerst Operateur oder Notaufnahme, dann uns informieren.

Häufige Fragen

Wann darf ich nach der Knie-TEP wieder Treppen steigen?

Meist ab der ersten Woche mit Geländer und Gehstützen, nachgestellt (aufwärts mit dem gesunden Bein voran, abwärts mit dem operierten). Wechselschritt üblicherweise nach 4 bis 6 Wochen.

Wie lange brauche ich Gehstützen?

In der Regel 4 bis 6 Wochen. Die Freigabe zur Vollbelastung gibt der Operateur, meist ist sie ab dem ersten Tag erlaubt, die Stützen dienen der Sicherheit und dem sauberen Gangbild.

Wie viel Beugung ist normal?

Ziel nach 6 Wochen: mindestens 90 Grad, nach 3 Monaten 110 bis 120 Grad. Für Radfahren braucht es etwa 110 Grad, für Treppen 90 Grad. Wenn die Beugung nach 6 Wochen unter 90 Grad liegt, sprechen Sie mit dem Operateur.

Ist Schwellung nach Monaten noch normal?

Ja. Eine leichte Schwellung und Wärme können 6 bis 12 Monate bestehen, besonders nach Belastung. Kühlen, Hochlagern und Lymphdrainage helfen. Plötzliche starke Schwellung mit Rötung oder Fieber: sofort zum Arzt.

Welcher Sport ist nach Knie-TEP möglich?

Empfohlen: Radfahren, Schwimmen (Kraul, kein Brustbeinschlag in den ersten Monaten), Wandern, Nordic Walking, Golf. Vermeiden: Joggen auf hartem Boden, Stop-and-go-Sportarten, Ski alpin nur für Geübte nach Rücksprache.

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